
Dass er noch nicht wusste, wie es für ihn persönlich weitergehen sollte, daraus hat er keinen Hehl gemacht. Es fiel ihm schwer eine Entscheidung zu treffen – nur Trainer, das wollte er definitiv nicht mehr sein. Zu groß war die Sorge, die vielen Freundschaften auf’s Spiel zu setzen! Nun hat er sich also auch dazu entschieden, dass er nicht mehr weiter in Wittlich spielen wird. Für uns ist das natürlich unfassbar schade und ein großer sportlicher, aber vor allem auch menschlicher Verlust.
Was auf jeden Fall bleibt, sind die Erinnerungen an zwei unfassbar geile Jahre, die du, Kai, maßgeblich mit geprägt hast. Du hast nicht nur dabei geholfen, den Verein nachhaltig zu stärken, sondern auch uns als Mannschaft neben dem Feld. Wir wissen, dass wir dich regelmäßig weiter in der Halle sehen werden, zwar nicht mehr in der Funktion des Spielers, Co-Kapitäns, Jugend- & Herrentrainers und Kaderplaners, aber dafür in der viel wichtigeren Funktion als Freund! Vamos Kai! Vamos HSG!
Persönlicher Bericht unseres Social-Media-Wartes:
Frühjahr 2024: Kai Lißmann hat ligaunabhängig bei der HSG Wittlich zugesagt!
Ich kannte Kai bis dahin nur aus der Halle und bekam ehrlicherweise ein bisschen Angst, als ich diese Info das erste Mal gehört hatte. Klar, wie geil ist das denn das, einer der Top-Scorer der RPS in Wittlich?! Auf der anderen Seite waren wir noch im Kampf um den Aufstieg in die Oberliga und hatten uns gerade mit einem Unentschieden bei St. Matthias Trier nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Würde Kai wirklich mit uns noch ein Jahr durch die Verbandsliga ziehen? Bei mir persönlich stieg der Druck für das entscheidende Spiel in Igel auf jeden Fall nochmal. Es hat haarscharf geklappt und so konnten wir ins Abenteuer Oberliga starten. Und das mit Kai, es konnte also eigentlich gar nichts schiefgehen, oder?
Zu Saisonbeginn hielten wir uns erst einmal bedeckt: Klassenerhalt, so die Marschroute. Aber natürlich hofften wir intern, uns unten raushalten zu können! In der Zeit lernte ich Kai persönlich kennen und merkte mehr und mehr, dass er entgegen der einen oder anderen Aussage von Leuten, die glaubten ihn zu kennen, das Herz am rechten Fleck hat. So trainierte er unsere C-Jugend mit der perfekten Mischung aus Kumpeltyp und konsequentem Trainer, wusste auf jedes Problem den richtigen Rat und wurde zum großen Vorbild der Jungs. Auch in die Herren-Mannschaft brachte er neben dem Feld neuen Schwung, organisierte das frisch ins Leben gerufene monatliche Kabinenfest und die Mannschaftsfahrt. Bei vielen Aktivitäten neben dem Platz wurde er zum Motor und half immer dabei, Neue zu integrieren. Dass die Saison sportlich jede Vorstellung überragte, muss an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr großartig erwähnt werden: Pokalsieger in eigener Halle, wie geil ist das denn! Kai hatte an Ostern allerdings eigentlich andere Pläne – Pokal würde er nicht spielen, das hatte er von Anfang an gesagt. Wir konnten ihm allerdings die Wette entlocken, dass er mitspielen würde, falls wir ohne ihn in Römerwall gewinnen würden … Den Rest der Geschichte kennt ihr.
In der zweiten Saison war die Marschroute klar: Meister werden! Gesagt, getan – ungeschlagen marschierten wir durch die Liga und spätestens nach dem Unentschieden in Koblenz war uns die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Dann sollte aber etwas passieren, womit kein Externer gerechnet hatte. Vor dem vorletzten Spiel übernahm Kai die Rolle des spielenden Trainers.
Und was soll man sagen, er hat noch einmal einen ganz neuen Wind in die Mannschaft gebracht, uns spürbar fitter gemacht und eine unfassbare Motivation in die Mannschaft gebracht, die dafür sorgte, dass beide verbleibenden Gegner gegen uns komplett unter die Räder kamen. Und ach ja, nebenbei übernahm er noch die Rolle des Kaderplaners und verpflichtete bereits Spieler für die nun anstehende Saison 2026/27.
Wir gingen also hoch motiviert in die Relegationsspiele und auch ich erlebte Kai noch nie so akribisch. Er wollte es unbedingt schaffen, seinen Heimatverein – nein, vor allem uns, seine Freunde – in die Regionalliga zu bringen und das hat man jeder Faser seines Körpers angemerkt. Dass dies leider noch nicht geklappt hat, war erst einmal hart für uns, aber wir sind uns alle einig, ohne Kai hätten wir nicht halb so gut performt! Vamos Kai! Vamos HSG!
Quelle: hsgwittlich_herren auf Instagram, Spielfotos: Thomas Prenosil



