
„Vielleicht gehen wir in manchen Augen als Außenseiter in diese Spiele – nicht weil uns die Qualität fehlt, sondern weil unser sportlicher Aufstieg und unsere Entwicklung in so kurzer Zeit enorm schnell verlaufen sind. Jetzt gilt es, diese Bühne zu nutzen.“

Alle Infos zur Regionalliga-Relegation im offensiv Hallenheft.
„Alle in Rot!“ – HSG Wittlich heiß auf Aufstiegsrelegation
von Mirko Blahak, ergänzt mit Fotos von Thomas Prenosil
Fürs erste Heimspiel am Samstag hat der Männer-Oberliga-Meister ein besonderes Motto ausgegeben. Wie Neu-Coach Kai Lißmann die Chancen im Kampf um zwei Plätze für die Regionalliga einschätzt.
Doppelrolle: In die Spiele der Aufstiegs-Relegation zur Handball-Regionalliga geht Wittlichs Topscorer Kai Lißmann als Spielertrainer.
„Meister müssen aufsteigen“: Weil das in den Fußball-Regionalligen in Deutschland aktuell nicht für alle Titelträger gilt, läuft eine intensive Diskussion über Wege, das zu ändern.
Auch im regionalen Handball ist es nicht in jedem Fall ausgemachte Sache, dass ein Meister ohne Umschweife hoch darf. So ist es zum Beispiel in den Männer-Oberligen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die drei Titelträger sowie ein Vizemeister bestreiten eine Aufstiegsrelegation. Jeder spielt einmal gegen jeden – zwei der vier Teams lösen das Ticket für die Regionalliga.
„Ich bin bei dem Thema zwiegespalten. Eigentlich sollte es immer so sein, dass der Meister einer Liga auch direkt aufsteigt. Andererseits bekommt man in der Relegation die Leistungsstärke der anderen Oberligen sehr gut vor Augen geführt“, sagt Kai Lißmann, Spielertrainer der HSG Wittlich. Er ist mit seinem Team ab Samstag als Meister der Oberliga Rheinland mit dabei, wenn die Regionalliga-Aufsteiger ermittelt werden. Der Modus sorgt für Anziehungskraft und große Spannung. Gleichzeitig zeigt das Beispiel der HSG Hunsrück, die in den vergangenen beiden Jahren jeweils als Meister in der Relegation gescheitert ist, dass geplatzte Aufstiegsträume an der Motivation nagen können.
Nun darf sich die HSG Wittlich beweisen. „Wir fiebern auf die Spiele hin. Wir freuen uns, dass es am Wochenende losgeht. Die Stimmung ist sehr gut“, sagt Lißmann, der bei der HSG vor dem vorletzten Oberliga-Spieltag überraschend den bisherigen Trainer Igor Domaschenko abgelöst hat. Da Lißmann als Topscorer der Wittlicher auf dem Feld gebraucht wird, steht ihm Uwe Koenen an der Seitenlinie beim Coaching zur Seite.
Zum Relegations-Auftakt gastiert der Rheinhessen-Pfalz-Meister TV Nieder-Olm an diesem Samstag (9. Mai), 19 Uhr, in der Wittlicher BBS-Halle. „Auf dem Papier dürfte das Team das stärkste der vier Relegationsteilnehmer sein“, sagt Lißmann.
Am Donnerstag, 14. Mai, 16 Uhr, genießt die HSG erneut Heimrecht – im zweiten Spiel an Christi Himmelfahrt heißt der Gegner dann HF Untere Saar. Der Saarlandmeister HSV Merzig/Hilbringen geht mit dem TuS Brotdorf erneut eine Liaison ein und startet bereits in der Relegation unter dem „neuen“ Namen. Zum Abschluss fährt die HSG Wittlich am Samstag, 16. Mai, zur TG Osthofen, die sich mit einem 30:22-Erfolg in einem Entscheidungsspiel gegen HLZ Friesenheim/Hochdorf 3 als Vizemeister der Oberliga Rheinhessen-Pfalz für die Vierer-Runde qualifiziert hat. Anwurf ist um 19 Uhr.
„Wir haben Glück, dass wir zwei Heimspiele bestreiten können. Insgesamt sehe ich uns als Außenseiter. Gleichwohl haben wir Chancen, einen der ersten zwei Plätze zu erreichen“, sagt Lißmann.
Wenn Wittlich gegen Nieder-Olm in die Relegation startet, liegt das letzte Saisonspiel der HSG drei Wochen zurück. Lißmann sieht darin keinen Nachteil: „Es war nicht schwierig, die Spannung hochzuhalten. Wir waren dreimal die Woche laufen und haben handballspezifisch weiter an unseren Grundlagen gearbeitet.“ Dazu hat die HSG am vergangenen langen ersten Mai-Wochenende ein Trainingslager zu Hause absolviert. Eingebettet darin war ein internes Testspiel.
Fehlen wird gegen Nieder-Olm neben den drei Langzeitverletzten Lennard Weber, der sich im Training einen Bänderriss zugezogen hat.
Aufruf an die Zuschauer: „Alle in Rot!“
Um dem favorisierten TV Nieder-Olm bestmöglich die Stirn bieten zu können, baut die HSG Wittlich auch auf die lautstarke Unterstützung des Publikums. Um beim Gegner zusätzlich Eindruck zu hinterlassen, hat sich das Social-Media-Team der HSG für das erste Heimspiel etwas Besonderes einfallen lassen. Das Motto lautet „Alle in Rot!“. Heißt: Die Zuschauer werden gebeten, alle in roter Kleidung – der Farbe der HSG-Trikots – zu erscheinen. Spielertrainer Lißmann: „Es wäre echt cool, wenn viele Fans dem Aufruf folgen.“



