Liebe geht durch den Namen: Wittlicherin ist ein „Porsche“ unter den Torfrauen. Von Mirko Blahak Sport-Redakteur, Trierischer Volksfreund, 27.1.2026.
Ob einst im Motorsport oder jetzt im Handball: Alexandra Irmgartz von der HSG Wittlich zündet gerne den Turbo. Die 38-Jährige über ihr Leben zwischen PS und Paraden – und ihren ausgefallenen zweiten Vornamen.

Torfrau Alexandra Irmgartz von der HSG Wittlich fuhr 2014 den Klassen-Gesamtsieg einer internationalen Porsche-Rennserie ein. Foto: Privatarchiv Alexandra Irmgartz
Manch einer hat zu Hause eine Carrera-Autorennbahn, sie trägt das Synonym für Motorsport sogar in ihrem Namen. Kein Witz: Alexandra Irmgartz heißt mit zweitem Vornamen „Carrera“. Weil ihr Vater ein absoluter Porsche-Enthusiast ist, machte er sich dafür stark. Getreu dem abgewandelten Motto: Liebe geht durch den Namen.
„Das war damals gar nicht so einfach, den Namen eintragen zu lassen. Aber er hat es geschafft. Ich find’s cool. Der zweite Vorname passt zu mir, zu meiner eigenen Motorsportkarriere“, sagt die heute 38-jährige Alexandra Carrera Irmgartz.
Mit fünf Jahren begann alles im Kart. Der klassische Einstieg also. Auf dem Gelände der Firma ihres Vaters in der Heimatstadt Neuwied – einer auf Porsche spezialisierten Werkstatt für die Optimierung von Motoren, Getriebe und Fahrwerken – drehte sie die ersten Runden. „Aus Spaß. Ich hatte eigentlich keine großen Ambitionen“, erinnert sich Irmgartz.
Später, im Jahr 2009, probierte sie sich erstmals in einem Porsche aus. Und stellte sich gut an. 2010 folgte das erste Rennen, 2014 der größte Erfolg mit einem Klassen-Gesamtsieg in der internationalen Rennserie „Porsche Club Historic Challenge“. Irmgartz: „Mit einem weiteren ,Rookie‘ habe ich um den Titel gekämpft. Am Ende lagen zwischen uns lediglich drei Punkte. Es war ein sehr spannendes und deshalb auch emotionales Jahr.“
Irmgartz, die auf den Spuren ihres ebenso als Rennfahrer erfolgreichen Papas wandelte, drehte auf berühmten Kursen ihre Runden. In Spa („Das ist eine meiner Lieblingsstrecken“), in Monza („Dort auf dem Podium zu stehen und mit Siegersekt zu spritzen war eine coole Erfahrung“), auf dem Nürburgring, in Zandvoort. Die letzte Saison absolvierte sie 2016 – zeitliche und finanzielle Gründe setzten ein Ende.
Denn Irmgartz spielte zu diesem Zeitpunkt parallel auch schon viele Jahre Handball. In der Grundschule fand sie dank eines Aktionstags Spaß an dem Sport. Sie trat in einen Verein ein, spielte fast 20 Jahre beim TV Engers. Bis zur D-Jugend im Feld, seitdem im Tor. Später ging’s zum TV Bassenheim. 2020 dann der Wechsel zur HSG Wittlich, wo sie nun bereits ihre sechste Saison bestreitet: „Als ich kam, hätte ich nicht gedacht, dass ich so lange bleibe. Aber ich fühle mich komplett wohl im Verein.“
Erst 3. Liga und jetzt Regionalliga: Mit Alexandra Irmgartz hat die HSG Wittlich seit 6 Jahren immer eine der stärksten Torfrauen in ihrem Aufgebot. Foto: Thomas Prenosil (HSG gegen SF Budenheim 31:17 am 16.12.2023).
Motorsport und Handball parallel – das war für die gelernte Industriekauffrau, die an der Wirtschaftshochschule in Vallendar in der IT tätig ist, auf Dauer nicht zu managen: „Teilweise bin ich von Rennen direkt zu Spielen gereist – und wieder prompt zurück.“
Auch heute – wo ihr sportlicher Fokus fast ausschließlich auf dem Handball liegt – ist der Aufwand nicht zu unterschätzen. Von Neuwied geht’s eine Stunde im Auto zum Training nach Wittlich – und eine Stunde wieder zurück. Doch sie brennt für den Handball. Für ihren Job als Torhüterin: „Von dieser Position aus kann man viel Einfluss nehmen, etwa in der Spieleröffnung oder bei der Tempokontrolle.“
Ganz vom Motorsport lassen kann die 38-Jährige indes nicht. Beim jährlichen Trackday des Porsche-Clubs Nürburgring ist sie als Instruktor eingebunden. Dann juckt’s durchaus weiterhin im Fuß. Vereinzelte Starts in der Zukunft im Historic-Bereich sind nicht ausgeschlossen.
Privat fährt Irmgartz übrigens keinen Porsche (Carrera). Da tut’s auch ein weniger stark motorisierter Fiat.


